Vermeiden Sie eine Überlastung des Kanalsystems – und unnötige Rückstauverschlüsse

Vermeiden Sie eine Überlastung des Kanalsystems – und unnötige Rückstauverschlüsse

Wenn starker Regen fällt, kann das Kanalsystem schnell an seine Grenzen geraten. Die Folge sind überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und unnötig häufige Rückstauverschlüsse, die nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer in der Wartung sind. Mit etwas Aufmerksamkeit im Alltag können Sie als Hausbesitzerin oder Hausbesitzer dazu beitragen, das Kanalsystem zu entlasten – und Ihr Zuhause vor Wasserschäden zu schützen. Hier erfahren Sie, warum das wichtig ist und was Sie konkret tun können.
Warum kommt es zur Überlastung?
Das öffentliche Kanalsystem ist dafür ausgelegt, sowohl Schmutzwasser aus Haushalten als auch Regenwasser von Dächern und befestigten Flächen aufzunehmen. Doch bei Starkregen – der durch den Klimawandel immer häufiger auftritt – kann die Kapazität der Leitungen schnell überschritten werden. Das Wasser sucht sich dann den Weg des geringsten Widerstands und kann über die Hausanschlüsse zurück in Keller oder Erdgeschoss gedrückt werden.
Ein Rückstauverschluss soll genau das verhindern. Wenn er jedoch regelmäßig anspricht, ist das ein Zeichen dafür, dass das System überlastet ist. Häufige Aktivierungen belasten die Mechanik und erhöhen das Risiko von Fehlfunktionen oder Verstopfungen.
Kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung
Viele Probleme im Abwassersystem entstehen durch alltägliche Nachlässigkeiten. Was wir in den Abfluss geben, hat direkte Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit der Leitungen.
- Kein Fett in den Abfluss! Gießen Sie Bratfett, Öl oder Speisereste niemals in die Spüle. Beim Abkühlen verfestigt sich Fett und setzt sich in den Rohren fest. Wischen Sie Pfannen und Töpfe lieber mit Küchenpapier aus und entsorgen Sie es im Restmüll.
- Keine Hygieneartikel ins WC. Wattestäbchen, Feuchttücher oder Tampons gehören nicht in die Toilette. Sie lösen sich nicht auf und können zu Verstopfungen führen.
- Sparsam mit Reinigungsmitteln umgehen. Übermäßiger Einsatz von Seife und Chemikalien kann Ablagerungen und Schaumbildung verursachen.
Diese einfachen Maßnahmen helfen, die Leitungen frei zu halten – und entlasten gleichzeitig das gesamte Kanalsystem.
Regenwasser vor Ort managen
Eine der wirksamsten Möglichkeiten, das Kanalsystem zu entlasten, ist die lokale Regenwasserbewirtschaftung. Viele Kommunen in Deutschland fördern inzwischen Maßnahmen zur sogenannten dezentralen Regenwasserbewirtschaftung.
- Regen- oder Versickerungsbeete nehmen Wasser von Dachflächen auf und lassen es langsam im Boden versickern.
- Rigolen (Versickerungsmulden oder -körper) speichern Regenwasser unterirdisch und geben es zeitverzögert an den Boden ab.
- Wasserdurchlässige Beläge wie Rasengittersteine oder Kiesflächen verhindern, dass Regen direkt in die Kanalisation läuft.
- Regenwassertonnen oder -zisternen sind eine einfache Lösung, um Wasser zu sammeln und später im Garten zu nutzen.
Bevor Sie bauliche Änderungen vornehmen, sollten Sie sich bei Ihrer Kommune oder einem Fachbetrieb erkundigen, welche Vorschriften gelten und ob eine Genehmigung erforderlich ist.
Rückstauverschluss regelmäßig warten
Ein Rückstauverschluss ist ein wichtiges Sicherheitselement, das jedoch nur funktioniert, wenn es regelmäßig gewartet wird. Viele Hauseigentümer bemerken erst bei einem Rückstau, dass die Klappe nicht mehr richtig schließt.
- Kontrollieren und reinigen Sie den Rückstauverschluss mindestens einmal jährlich – besser halbjährlich, wenn Sie in einem stark regenanfälligen Gebiet wohnen.
- Achten Sie darauf, dass Dichtungen und Klappen frei beweglich und unbeschädigt sind.
- Unangenehme Gerüche oder langsamer Wasserabfluss können auf eine beginnende Verstopfung hinweisen.
Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Wartung von einem zertifizierten Fachbetrieb durchführen. Viele Installateure bieten Wartungsverträge an, die regelmäßige Kontrollen einschließen.
Vorbeugen ist besser als reparieren
Schäden durch Rückstau oder Überflutung sind teuer und oft nur schwer vollständig zu beheben. Eine regelmäßige Überprüfung Ihrer Entwässerungsanlage kann Schwachstellen frühzeitig aufdecken. Lassen Sie gegebenenfalls einen Rückstauschutz-Check durchführen, um sicherzustellen, dass Ihr Hausanschluss richtig gesichert ist.
Auch die Gestaltung Ihres Grundstücks spielt eine Rolle: Achten Sie darauf, dass Oberflächenwasser vom Gebäude weggeleitet wird. Kleine Anpassungen an der Geländeform oder an Lichtschächten können verhindern, dass Wasser in den Keller eindringt.
Ein gemeinsames Anliegen
Das Kanalsystem ist eine Gemeinschaftseinrichtung – und seine Leistungsfähigkeit hängt auch vom Verhalten jedes Einzelnen ab. Wenn alle darauf achten, Abflüsse nicht unnötig zu belasten, Regenwasser vor Ort zu versickern und ihre Anlagen zu warten, profitieren alle: weniger Überflutungen, geringere Kosten und ein nachhaltigerer Umgang mit Wasser.
So schützen Sie nicht nur Ihr eigenes Zuhause, sondern tragen auch dazu bei, dass unsere Städte und Gemeinden besser auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet sind.













